NATUR-RHYTHMIK


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Pendelnde Wesensart der Zeit offenbart sich überall – die Natur liebt ihre Rhythmen und Zyklen. Ein laufender harmonischer Abgleich der inneren schwingenden Zuordnung mit dieser lebendigen Periodik ist deswegen sehr wichtig. Im Laufe der Jahrtausende haben unsere Vorfahren das permanente Zurückkommen einiger substantieller Ereignisneigungen erkannt und auch bestmöglich ausgewertet. 

 

 

Schon in der altindischen vedischen Literatur, in chinesischen naturheilkundlichen Schriften und in tibetischen sakralen oder medizinischen Lehren findet man diverse Ideogramme einiger repetitiven Schwingungen des Universums. Rig-Veda spricht z. B. von einer ordnungsstiftenden pulsierenden Kraft namens Rita, die wichtige Abläufe im Weltraum regeln sollte. Selbst das Entstehen der geistigen Regungen wird dort ebenso auf ein stetes Wechselspiel zwischen den einzelnen Prana-Wellen zurückgeführt.


Etliche alte buddhistische Traditionen und Schriften der innerasiatischen Erfahrungsheilkunde stellen unsere Zeitwahrnehmung als ein zyklisches Gefüge mit mehreren kooperativen Funktionsebenen dar. Energie- und zeitbezogenen Bedingungen einer gelungenen Handlung sind damit eng verbunden. Das System der inneren Zeithorizonte spiegelt ebenfalls diese Tatsache wider. Aufgrund dessen sah man die Natur-Rhythmik schon im grauen Altertum als eine der Grundeigenschaften des Lebens an.

Ihre wichtigsten Regeln sind z. B. in den Lehren des Kalachakra, des Sarodhaya-Tantra oder in den Thesen vom Tserma-Trulkor enthalten. Selbst der uralte Mythos über die kosmische „Goldene Schildkröte“ Sergyi Rübel des Arya Manjushri weist auf die Gesetze der natürlichen Periodizität hin. Das Wissen über die Eingliederung der Natur-Rhythmik in das Leben ist bereits viele Jahrtausende alt. Seitdem dient es einer harmonischen Anpassung der eigenen Vorhaben an die zyklische Wiederkehr der Tendenzen in der realen Welt.

Alle Lebewesen folgen dem sanften Druck der steten periodischen Verwerfungen in der sich selbst organisierenden Lebensstrom-Bewegung. Deswegen kann der Mensch diesen Sachverhalt auch für sich arbeiten lassen. Kenntnis und Beachtung von wellenartigen Prinzipien der Existenz reichen dazu vollkommen aus. Anlehnen der Aktivitäten an den Stand im inneren Zyklusgefüge und an die aktuelle Konstellation der wirkenden Kräfte macht die Handlungen evident produktiver und entspannter.

Handeln im Einklang mit den individuellen Vitalitätszyklen bedeutet also zur richtigen Zeit das Richtige zu tun. Das durch den Stress und unnatürliche Zeitanker gestörte innere Zeitgefüge kann eigentlich nur im Schlaf wieder regenerieren – doch das ist leider nicht immer ausreichend. Bessere Ergebnisse sind diesbezüglich erst durch einen auf der Natur-Rhythmik basierten Zeitmanagement möglich.

Welche persönliche Vorteile sind nun durch die Beschäftigung mit der alternierenden geophysikalischen Periodik zu erwarten? Hier wird des Öfteren z. B. über „mehr Atemluft“ berichtet, da stetes Folgen dem Puls der Natur auch den Ressourcen-Haushalt nachhaltig ordnet. Zeit und Energie für die neue oder Extra-Projekte werden dadurch frei gespielt. Resonanz mit dem All-Rhythmenkontinuum macht zudem eine optimale Aktivitäten-Einbettung und eine bessere Koordination der Lebensrhythmen möglich.

Man lernt die unterschwelligen inneren Zeithorizonte kennen und kann sein eigenes konstitutionell-chronotopologisches Naturell nun tiefer verstehen. Wiedererweckung des Sinns für Koinzidenz hilft die Quantität der eigenen Erfolge signifikant zu steigern. Bestmögliche Handlungsstrategien werden oft offen gelegt, was wiederum eine solide Basis für das sinnvolle Agieren in der Realzeit darstellt.

Es wird traditionell darauf hingewiesen, dass nur recht wenige Persönlichkeiten die Tragweite des naturzyklusangepassten Verhaltensskriptes erfassen vermögen. Andere Mitmenschen machen sich eher selten Gedanken über die Beeinflussung des eigenen Schicksals durch Synergie mit den repetitiven ordnungsstiftenden Schwingungen ihrer Umwelt.

So muss diese im Altertum empirisch gefundene und ausgeformte Kunst des angepassten Handelns auch weiterhin einem relativ eng umschriebenen Personenkreis vorbehalten bleiben.


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